Atomwaffen gegen Russland?

 

Die Friedensnobelpreisträger und ehemalige polnische Präsident Lech Walesa will Atomwaffen in Stellung bringen. Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise und der damit einhergehenden zunehmenden Konfrontation zwischen dem Westen und Rußland sollen nach Walesas Wünschen NATO-Atomwaffen nach Polen verlegt und gegen Rußland ausgerichtet werden. Walesa fordert in einem Interview mit der italienischen Zeitung La Stampa, „daß die NATO uns ihre besten verfügbaren Raketen leiht, um sie hier in die richtige Richtung aufzustellen“. Walesa drohte, für den Fall, daß es zu einem militärischen Konflikt komme, „greifen wir Moskau an“.

Der Nobelpreisträger war bis 1990 Vorsitzender der Gewerkschaft Solidarnosc, die 1989 eine wichtige Rolle bei der politischen Wende in Polen spielte, und gilt daher als polnischer Nationalheld. Er ist in der Vergangenheit auch mit aggressiven deutschfeindlichen Äußerungen aufgefallen. So forderte er 1992 gegenüber der niederländischen Zeitung Elsevier, man solle Deutschland im Falle eines neuen Konfliktes „einfach von der Landkarte ausradieren“.

Die Stationierung von NATO-Atomwaffen in Polen bleibt indes zunächst äußerst unwahrscheinlich. Der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat allerdings am 12. Oktober während eines Polen-Besuches erklärt, das Bündnis sei zu einer „permanenten Präsenz“ an der russischen Grenze entschlossen.

Quelle: ZUERST!, 11-2014