Der selbstlose Fuchs

 
 
Stellungnahme zur Ein wanderungspolitik in der BRD,  verfasst in eine Fabel
 

Der Fuchs war mal ein guter Jäger und schlauer Dieb.

Doch einst im Hühnerstall erwischt,
Bezog er viele harte Schläge
                                                         
 
 
 
Und seitdem wurde sanft und träge,
Und selbst zu Hühnern nett und lieb.
 
Weil er sein Fell behalten durfte,
Aus tiefstem Dank
Ließ er an alle auszurichten:
Er werde nun aufs Fleisch verzichten
Sein Leben lang.
 
Und als ein Huhn dem Schlächterbeil entwischte
Vor Angst halbtot,
Hielt er sein Wort; nahm Hühnchen bei sich auf,
Und teilte mit ihm seinen warmen Bau
Und Täglich Brot.
 
Dem guten Fuchs unendlich dankbar,
Begeistert und entzückt,
Erzählte Huhn an jeder Ecke,
An jedem Zaun und jeder Hecke
Von seinem Glück.
 
Und die Geschichte lief wie Feuer
Durch` s  trock` ne Gras
Durch alle Zäune und Gemäuer,
(Bei uns ist dies nicht anders heuer),-
Auf Klatsch und Tratsch ist stets Verlass.
 
Schon stand ein andres armes Hühnchen
Vor seiner Tür,
Dann eine Gans, dann ein Kaninchen,
Bald teilte er sein Essen-Trinken
Mit allem möglichen Getier.
 
Und täglich suchten neue Tiere
Bei ihm den Schutz .
Vor keinem schloss er seine Türe,
Beleckte gar ihre Geschwüre
Und dachte nie an Eigennutz.
 
Ging jeden Tag auf Nahrungssuche
Für seine Schar.
Bezog zuweilen aber Flüche,
Wenn mal das Essen in der Küche
Nicht schmackhaft war.
 
Am Abend suchte eine Ecke
In seinem Bau
Um seine Pfoten auszustrecken
Und Blut von ihnen abzulecken,
Doch fand die kaum.
 
Hat mehr und mehr sich aufgerieben
Für sein Getier.
Entsagte aller eigner Trieben,
Ist frau - und kinderlos geblieben,
Ihm fehlte ja die Zeit dafür.
 
Doch seine Gänse, Hühner, Hasen
Vermehrten sich
Und luden Vettern ein und Basen
Von fernen kahlgefress`nen Rasen
Noch zusätzlich.
 
So kam es bald was kommen musste, -
Fuchs wurde krank.
Doch keiner ihm zu helfen wusste
Man gab ihm nicht `mal trockne Kruste
Und keinen Trank.
 
Nur Hohn und Spott und Seitenhiebe
Bekam er nun.
Vorbei war` s mit der Nächstenliebe;
Kein Hase ist bei ihm geblieben
Und auch kein Huhn.
 
In seinem Haus gab’s nichts zu essen, -
Sie liefen fort
Nach Norden, Süden, Osten, Westen
Und ihrem besten Freund von gestern
Blieb nur der Tod.
 
Statt Dutzend treuer Kameraden
Mit Trauerstrauß
Zigtausend fetter, dicker Maden
Sich selber haben eingeladen
Zum letzten Schmaus
 
Und nun erklär` ich die Moral:
 
Der Hühnerklau ist illegal!
Man wird erwischt, der Ruf wird schlecht.
Man wird bestraft, unddas zu Recht.
 
Doch will man dann die Buße tun
An jedem  hergelaufnen Huhn,
So wird man sicher bald versteh` n,
Auf Dauer gut kann es nicht geh` n.
 
Solang` man allen hilft und gibt,
Wird man gelobt und auch geliebt.
Doch umso mehr wirst du gehasst,
Wenn du mal nichts zu geben hast.
 
Wer ganz umsonst gut trinkt und isst,
Verlernt die Müh` und Dank vergisst.
Du schadest ihm, wenn` s auch nicht willst,
Wenn er nichts tut, weil du viel hilfst.
 
Alleine kriegst du eh nicht satt
Den jeden, der den Hunger hat.
Es sind zu viele - du allein   ;
Die Welt ist groß, du, aber, klein.
 
Beschränke dich auf deinen Bau:
Sorg` für den Nachwuchs, für die Frau.
Sei freundlich auch zu deinem Gast,
Doch schau dass du das Sagen hast!
Sei Herr im Haus in Jedem Fall,
Sonst wird dein Haus zum Hühnerstall!
 
Johannes Kremer, ein Russlanddeutscher aus Führt